Pharma-Zulieferung
EDI-Umstellung von IDoc auf cXML
Herausforderung
Ein Pharma-Grosskunde stellte seine Beschaffungsplattform um. Der bestehende Vendor-Managed-Inventory-Datenaustausch per SAP-IDoc über SFTP sollte durch cXML über HTTPS abgelöst werden, ohne dass die Lieferfähigkeit unterbrochen wird.
Lösung
Wir haben die Umstellung vom IDoc PROACT01 auf die cXML ProductActivityMessage über die GEP-Plattform spezifiziert und begleitet: Feldmapping für Header, Positionen, Mengenarten und Adressen, Ist/Soll-Beschreibung, Abstimmung mit dem EDI-Dienstleister und Anbindung an das ERP.
Ergebnis
Der Lieferant erhält die Bestands- und Verbrauchsdaten weiterhin automatisch, jetzt über den modernen Kanal des Kunden. Die Spezifikation ist so dokumentiert, dass das Mapping bei künftigen Änderungen intern angepasst werden kann.
Ausgangslage
Beim Vendor-Managed Inventory überwacht der Lieferant den Bestand beim Kunden und füllt ihn eigenständig nach. Dafür schickt der Kunde regelmässig Bestands- und Verbrauchsdaten. Bisher kamen diese als SAP-IDoc vom Typ PROACT01 per SFTP, wurden vom EDI-Dienstleister konvertiert und ins ERP eingelesen. Mit der Einführung der GEP-Beschaffungsplattform kündigte der Grosskunde den Wechsel auf cXML ProductActivityMessage per HTTPS-POST an. Für den Lieferanten hiess das: neues Format, neuer Transportweg, gleicher Anspruch an Zuverlässigkeit.
Ist/Soll-Analyse
Zuerst haben wir den bestehenden Datenfluss dokumentiert: Welche IDoc-Segmente werden tatsächlich genutzt, welche Felder landen im ERP, wo greift der EDI-Dienstleister ein. Dem gegenüber stand die Struktur der cXML-Nachricht, wie sie die Plattform des Kunden liefert. Die Ist/Soll-Beschreibung machte sichtbar, welche Informationen eins zu eins übertragbar sind und wo Interpretation nötig ist.
Feldmapping-Spezifikation
Das Herzstück ist die Mapping-Spezifikation in vier Bereichen. Im Header werden Absender, Empfänger, Zeitstempel und Nachrichten-ID zugeordnet. Bei den Positionen geht es um Artikelnummern des Kunden und des Lieferanten, Einheiten und Referenzen. Die Mengenarten waren der heikelste Teil: Bestand, Verbrauch, offene Bestellungen und Reservierungen müssen in beiden Formaten dieselbe Bedeutung haben. Bei den Adressen werden Lieferorte und Lagerstandorte des Kunden sauber auf die Stammdaten im ERP abgebildet.
Abstimmung und Integration
Die Umstellung betrifft drei Parteien: den Kunden mit seiner Plattform, den EDI-Dienstleister, der Konvertierung und Transport übernimmt, und das eigene ERP. Wir haben die Abstimmung koordiniert, Testnachrichten durchgespielt und die ERP-Anbindung so vorbereitet, dass die eingehenden Daten ohne manuelle Nacherfassung weiterverarbeitet werden.
Ergebnis
Der Datenaustausch läuft weiterhin automatisch, jetzt über HTTPS statt SFTP und im Format, das der Kunde langfristig unterstützt. Die Dokumentation macht das Mapping nachvollziehbar, sodass künftige Anpassungen intern möglich sind. Für Zulieferer mit Key Accounts, die ihre Plattformen wechseln, ist das ein wiederkehrendes Thema, das sich mit einer sauberen Spezifikation planbar lösen lässt.